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CD 1 - Titel-Liste und Beschreibung lt.Cover


Wer nur den lieben Gott lässt walten  369

Eine der Hauptmelodien des Evangelischen Gesangbuchs aus der Feder von Georg Neumark [*1621 Bad Langensalza]. Auf dem Weg nach Königsberg wurde Neumark überfallen und konnte in den Wirren des 30jährigen Krieges nicht in seine Heimat zurück. Als Hauslehrer in Kiel schrieb er dieses „Dank- und Trostlied“. 1652 wurde der hervorragende Gambenspieler von Herzog Wilhelm in Weimar zum „Hofpoeten“ berufen.

Himmel, Erde, Luft und Meer  504

Joachim Neander [*1650 Bremen] entstammte einer Pastorenfamilie, die ihren Namen „Neumann“ einer Mode folgend gräzisiert hatte. Der reformierte Pietist veröffentlichte 1680 eine Sammlung von Liedern, die er „bei Christen-Ergetzungen im Grünen“ gesungen wissen wollte.

Ach wie flüchtig, ach wie nichtig  528

Der Handwerkersohn Michael Franck [*1609 Schleusingen] war Bäcker, ehe er seiner Neigung folgte und Lieder schrieb. Kurz nach dem 30jährigen Krieg veröffentlichte er einen Lieddruck, in dem sich auch dieses fand. Gegenüber Francks eigener Melodie hat sich die Fassung von Johann Crüger durchgesetzt.

Herr Christ, der einig´ Gotts Sohn  67

Diese Contrafactur geht auf das weltliche „Mein Freud möcht sich wohl mehren“ aus dem 15. Jahrhundert zurück. Die Autorin Elisabeth Cruziger [*um 1500 Meseritz] trat als Kind ins Kloster ein, konvertierte jedoch und heiratete in Wittenberg einen Mitstreiter Luthers. Der Choral erschien erstmals 1525 im Enchiridion, dem zweitältesten evangelischen Gesangbuch.

Wunderbarer König  327

Als Rektor einer Lateinschule in Düsseldorf predigte Joachim Neander als glühender Pietist in einem abgelegenen Tal der Düssel. Für diese Erweckungs- und Erbauungsversammlungen komponierte er seine bekanntesten Lieder. Gut 100 Jahre nach seinem Tod wurde das Seitental nach ihm benannt, weitere 50 Jahre später dort das berühmte prähistorische Skelett entdeckt.

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Christ ist erstanden  99

Der wohl älteste liturgische Gesang in deutscher Sprache, ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert. Martin Luther [*1483 Eisleben] nahm eine neue Fassung 1529 in sein Wittenberger Gesangbuch auf und schrieb: „Alle Lieder singt man sich mit der Zeit müde, aber das muss man alle Jahr wieder singen.“

Nun lasst uns geh´n und treten  58

Paul Gerhardt [*1607 Gräfenhainichen] schrieb im Laufe seines Lebens mehr als 130 Liedtexte, 26 davon finden sich im Evangelischen Gesangbuch. Sein Motto „Ein Lied kann selbst wie ein Weg sein“ schlägt sich hier besonders gut nieder. In diesem Sinne haben wir Nikolaus Selneckers [*1530 Hersbruck] Melodie unerschrocken geradtaktig rhythmisiert.

Du höchstes Licht, du ew´ger Schein  441

Die Gemeinschaft der Böhmischen Brüder, aus deren Liedersammlung dieser Choral stammt, schickte ab 1530 Studenten nach Wittenberg. Luther übernahm etliche ihrer Lieder, darunter auch dieses, mit einem Text von Johannes Zwick [*1492 Konstanz]. Wir versehen das Original mit einem „Call and Reponse“-Schema: Mittelalter meets Gospel...

Lobe den Herren  317

Joachim Neanders bekanntestes Lied – und eines der populärsten geistlichen Lieder überhaupt. Von den vielen Übertragungen singen wir je eine englische und französische Strophe. Nach Querelen mit der Kirchenverwaltung in Düsseldorf kehrte Neander 1679 in seine Heimatstadt Bremen zurück und starb dort ein Jahr später im Alter von 30 Jahren.

10 
Nun freut euch, lieben Christen G´mein  341

Für die Melodie dieses erstmals 1524 im „Achtliederbuch“ erschienenen Chorals verwendete Martin Luther zwei zur damaligen Zeit sehr beliebte Liebeslieder für eine Contrafactur. Luthers darüber gelegter neuer Text erzählte im Grunde seine eigene Geschichte und trug erheblich zur Verbreitung der Rechtfertigungslehre im reformatorischen Sinne bei.

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11  Verleih uns Frieden  421

Die Antiphon „Da pacem domine“  aus dem 9. Jahrhundert versah Martin Luther 1529 mit einem deutschen Text – im Herbst jenen Jahres, als das türkische Heer erstmals Wien belagerte. Luther hielt sich an seinen Vorsatz, „nach dem Beispiel (…) der alten Väter der Kirche deutsche Psalmen“ zu dichten, „damit das Wort Gottes auch durch den Gesang unter den Menschen bleibt“.

12 
Die beste Zeit im Jahr ist Mai´n  319

Die letzten Strophen des Gedichts „Frau Musica“ von Martin Luther, entstanden 1519, später genutzt als „Vorrede für alle guten Gesangbücher“. Die Melodie wurde – in Anlehnung an den Choral „Wenn wir in höchsten Nöten sein“ von Guillaume Franc – von Melchior Vulpius [*1570 Wasungen] verfasst.

13 
Ich bin ein Gast auf Erden  529

Die Musik zählt zu den Hauptmelodien des Gesangbuchs, stammt von Hans Leo Hassler [*1564 Nürnberg] und begleitete ursprünglich den weltlichen Text „Mein G'müt ist mir verwirret, das macht ein Jungfrau zart“, das sich in Hasslers „Lustgarten neuer deutscher Gesänge“ von 1601 findet. Die von uns aufgegriffene Contrafactur verwendete einen der schönsten und bekanntesten Texte von Paul Gerhardt.

14  In dir ist Freude  398

Der Italiener Giovanni Giacomo Gastoldi [*1556 Caravaggio] komponierte die Musik ursprünglich für das Ballett am Hofe des Fürsten von Mantua. Als Contrafactur mit einem Text von Cyriakus Schneegass [*1546 Bufleben] wurde der Choral zum festen Bestandteil der evangelischen Liedliturgie.

15  Ach bleib´ mit deiner Gnade  347

Ein weiterer Choral von Melchior Vulpius – eigentlich „Fuchs“ – der es vom Sohn einer einfachen Handwerkerfamilie bis zur Berufung als Stadtkantor in Weimar brachte. Der Text wird Josua Stegmann [*1588 Sülzfeld/Meiningen] zugeschrieben, der in seiner Zeit als Superintendent in der Grafschaft Schaumburg Kirchenlieder bearbeitete und herausgab.

16  Hinunter ist der Sonnen Schein  467

Ein Text von Nikolaus Herman [*1500 Altdorf/Nürnberg], den der Lehrer und Kantor in Joachimsthal kurz vor seinem Tod 1560 schrieb. Die Musik stammt abermals von Melchior Vulpius, dessen vierstimmiger Kantionalsatz in seinem „Ein schön geistlich Gesangbuch“ von 1609 veröffentlicht wurde.